Zwischen dem schwierigen Telefonat und dem nächsten Meeting lagen vierzig Sekunden. Er verbrachte sie am Smartphone. Das Meeting erbeutete die Anspannung des Telefonats.
Tage bestehen aus Übergängen. Von Aufgabe zu Aufgabe, von Raum zu Raum, von Stimmung zu Stimmung. Die meisten schieben nichts dazwischen — also nimmt man alles mit.
Der Stress verzinst sich wie Kapital.
Besonders bei Führungskräften fällt mir auf: Der Unterschied zwischen Menschen, die am Feierabend ausgelaugt sind, und denen, die einfach nur müde sind, liegt selten an der Menge der Arbeit. Er liegt an der Satzzeichensetzung. Manche Leben lesen sich wie ein einziger Satz ohne jeden Punkt.
Das Nervensystem braucht keinen dreiwöchigen Urlaub, um herunterzufahren. Es braucht ein Komma.
Eine Minute bewusster Atem ist kein Luxus. Es ist eine Brandschneise — der kleine Abstand, der verhindert, dass aus einem Funken ein Waldbrand wird.
Wo in Ihrem Tag fließt eine Sache nahtlos in die nächste über?
Nehmen Sie vor Ihrem nächsten Termin fünf tiefe Atemzüge, bei denen Sie länger aus- als einatmen. Eine Minute. Beobachten Sie, was die nächste Stunde stattdessen erbt.
Wenn keine Pause mehr die Anspannung lindert und der Körper Dauer-Alarm signalisiert, braucht tiefsitzende Unruhe manchmal mehr als Satzzeichen. Suchen Sie sich Unterstützung.

