Am Ende mancher Tage fühlt man sich ko, aber zufrieden. Am Ende anderer Tage ausgelaugt und merkwürdig leer.
Gleiche Arbeitsstunden. Gleicher Einsatz. Unterschiedlicher Nachgeschmack.
Der Kalender war voll. Der Posteingang wurde abgearbeitet. Und doch fragt etwas in Ihnen: Was haben wir heute eigentlich geschafft?
Was ich seit Jahren in Unternehmen beobachte: Der Körper unterscheidet sehr genau zwischen Anstrengung mit Ziel und Anstrengung ohne Ausrichtung. Sinnvolle Beanspruchung mündet in heilsame Müdigkeit. Zersplitterte Hektik mündet in innere Anspannung.
Hektik ist Bewegung. Produktivität ist Fortschritt. Der Körper verbucht beides völlig unterschiedlich.
Ein Tag voller vierzig kleiner Dringlichkeiten kann sich zehrender auswirken als ein Tag mit einer einzigen schweren Aufgabe — weil das Nervensystem nie etwas wirklich abschließen konnte. Das Vollenden einer Sache ist ein echter Nährstoff für den Körper.
Wann haben Sie das letzte Mal etwas zu Ende gebracht und kurz innegehalten, um diesen Moment des Fertigseins auch zu spüren?
Nennen Sie am Tagesende eine Sache — egal wie klein —, die Sie abgeschlossen haben. Sagen Sie sie in einem vollständigen Satz. Lassen Sie Ihren Körper das Wort erledigt hören.
Wenn Erschöpfung unabhängig von der tatsächlichen Arbeitslast anhält und auch Ruhe nicht mehr greift, ist dieses Muster ein Grund für ein ärztliches Gespräch.

